Qualität statt Quantität

Qualität statt Quantität

Gut ein Dutzend Bundesfreiwilligendienstler – Bufdis genannt – engagieren sich in sozialen Einrichtungen im Kreis Mettmann. „Doch kompensiert das den Wegfall der Zivildienststellen?“ fragte Peter Thomas, Vorsitzender der Jungen Union des Kreis Mettmanns, der zur Veranstaltung „Hat der Bundesfreiwilligendienst eine Zukunft?!“ geladen hatte. „Das Experiment ist eindeutig gelungen“, sagte Dr. Jens Kreuter, der auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Beyer nach Ratingen gekommen war.

Nachdem Wehrpflicht und damit Zivildienst faktisch abgeschafft wurden, schuf der Gesetzgeber den neuen Bundesfreiwilligendienst (BFD), der vom Bund mit 350 Million Euro gefördert wird. Insgesamt gebe es derzeit bundesweit bereits 26.000 Bufdis, was die Erwartungen aller weit übertroffen habe. In allen bestehenden Freiwilligendiensten zusammen seien es über 70.000 Menschen, die sich in gemeinnützigen Organisationen für die Allgemeinheit engagierten. Marius Bartos, Geschäftsleiter der Lebenshilfe im Kreis Mettmann, schloss sich inhaltlich den Äußerungen Kreuters an.

Im Unterschied zu den Zivis gibt es bei den Bufdis keine Altersgrenze. Der Einsatz erfolgt in der Regel zwölf Monate lang auf Vollzeitbasis und ist in einem Arbeitsvertrag mit einer Urlaubsregelung geregelt – die Sozialversicherung übernimmt der soziale Träger, der auch über die finanzielle Entschädigung entscheiden kann. Marius Bartos, Geschäftsleiter der Lebenshilfe im Kreis Mettmann, sagte, dass es für Träger schwierig sei ältere Menschen im Rentenalter vertraglich zu binden, da diese verständlicherweise sich nicht an Urlaubstage binden wollen würden. Sich aber Rentner in anderen Formen durchaus bei Ihnen engagieren würden. Während Langzeitarbeitslose vom Bundesfreiwilligendienst profitieren würden.

Ähnlich positiv äußerte sich Alexander Vehrenkamps, Kapitänleutnant und Jugendoffizier, über den Freiwilligen Wehrdienst. Die Zahlen sprechen Bände. Der Bedarf sei gedeckt, selbst ohne Doppelabiturjahrgang. Und auch die Sorge, dass statt Qualität Quantität überwiege, sei unberechtigt gewesen. „Wir als Bundeswehr begrüßen die Aussetzung“, sagte er.

Dennoch, wer glaubte, dass die Aussetzung keinem auffalle, der irre sich, so Kreuter. Natürlich bedauern die sozialen Verbände und Institutionen den Wegfall des Zivildienstes schmerzlich, aber ihnen sei das Umdenken gelungen, zumal hier Quantität durch Qualität ersetzt worden sei, sagte Peter Beyer, der in den vergangenen Monaten mit einer Vielzahl von Trägern gesprochen hat